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Mrz 14 2012

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Zwei Geologen für eine Baugrunduntersuchung

Das Baugrundstück liegt im Urstromtal der Spree. Da wechseln sich Sand, Kies und Torf ab. In unserer Lage konnten einige Bauherren auf sogenannten Brunnenringen mit Beton verfüllt bauen – möglich etwa bis 4 Meter – oder mussten mit verstärkter Sohle auf Betonpfählen gründen.

Da mein Nachbar auf 17-Meter-Pfählen steht, habe ich für die Baugrunduntersuchung durch einen Geologen jeweils  Kostenvoranschläge für den Fall einer 20-Meter Bohrung angefordert.

Der erste Geologe, ein Herr RUSCH kam am 11. Januar aus Berlin. Er  war sehr günstig, sein Kostenvorschlag mit den gleichen Leistungsmerkmalen, d.h. eine Bohrung mit Ermittlung der Bodengüte bis 20 Meter, wies 496,- € aus. Der teuerste Geologe verlangte immerhin 2.118,- €.

Herr RUSCH kam vormittags mit einem relativ kleinen Wagen auf das Grundstück, fuhr trotz meiner angekündigten Bedenken bis an die alte Terrasse vor und begann mit einem mitgebrachten Gestänge und kleinem Motor zu bohren. Es ging langsam, es war kalt und wir ließen ihn allein.

Am Nachmittag rief er an: er wolle los, habe sich aber festgefahren. So bin ich trotz Terminnot zum Baugrundstück gefahren, habe eine lange Ankerleine zwischen unseren Fahrzeugen befestigt und habe ihn herausgeschleppt.

Ganz beiläufig erzählte er mir, dass er bei 7 Metern noch keinen ausreichenden Baugrund ermittelt habe. Da sein Equipment nicht weiter reichen würde, könnte er mir einen Bekannten empfehlen und zum Bohren vorbeischicken.

Aber erst einmal kam seine komplette Rechnung. Diese und den Besuch seines empfohlenen Freundes und Geologen habe ich zurückgewiesen. Das sah sehr nach einer Schleppermethode aus, bei der gleich zwei verdienen sollten.

Da er das angebotene Leistungsprofil auch nach Terminsetzung nicht erfüllte, habe ich auch nicht bezahlt. Nach seiner Androhung von Rechtsmittel habe ich allerdings nichts mehr von ihm gehört.

2. Versuch:

Am 11. April erschien Herr LITWIN. Zwei Personen arbeiteten fleißig mit größerem Gerät und sammelten Bohrproben. Vorab konnten sie mir eröffnen, dass sie erst zwischen 16-17 Meter ausreichenden Baugrund gefunden haben und somit eine Pfahltiefe von ca. 19 (!) Metern empfehlen würden. Das Gutachten folgte kurze Zeit später. Die Rechnung betrug nach freundlicher Verhandlung jetzt 1.000,- €.

Ergebnis: Die Grundfläche des Gebäudes benötigt somit 3 x 4 Betonpfähle, je ca. 19 Meter lang und ca. dreißig bis 40 cm stark – da kommt etwas auf uns zu!

TIPP:    Bei Geologen lohnt sich die Einholung mehrerer Kostenvoranschläge und Verhandlungen zum Abrunden nach unten.

Harald

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